Kompatibilität von Schriften

Die Wahl der Schriftarten ist eine grundlegende Option bei der Gestaltung einer Präsentation. Kein Problem sollte man meinen – schließlich gibt es unzählige Fonts für Computer. Aber neben den Gestaltungs- und Kommunikationskriterien (über die wir demnächst gesondert berichten) gibt es technische Zusammenhänge zu berücksichtigen.

Dazu gehört, dass viele Präsentationsprogramme auf betriebssystemseitig installierte Fonts zurückgreifen. Bei PowerPoint z.B. ist es erst in den neuen Programmversionen möglich Fonts einigermaßen anwendungssicher in die jeweilige Präsentation „einzubetten“. Ab PowerPoint 2007 funktioniert das recht gut, sofern man über die notwendigen Nutzungsrechte für die Schrift verfügt. Bei PowerPoint 2003 ist diese Funktion zwar vorhanden, Nutzer berichten aber von häufig auftretenden Problemen, sodass man das Einbetten nicht als zuverlässige Option ansehen kann.

Welche Probleme treten überhaupt auf? Jeder PowerPoint-Nutzer älterer Programmversionen kennt das Phänomen: Sie erhalten eine Präsentationsdatei, z.B. per E-Mail. Nach dem Öffnen, also beim Ansehen, Drucken oder Bearbeiten wundern Sie sich über merkwürdige Formatierungen, wie z.B. Zeilenumbrüche. Der Grund: PowerPoint hat die ursprünglich verwendete Schrift nicht auf Ihrem Computer gefunden und stattdessen eine andere verwendet.

Wer bei der Distribution seiner Präsentation wirklich sicher gehen will, stellt also entweder eine PDF-Datei her – die jedoch kann vom Empfänger nicht weiterverarbeitet werden oder sie/er wählt Schriftarten, die relativ verlässlich auch auf dem „Empfänger-PC“ installiert sind.

Dabei kann man von drei großen Gruppen von Schriften auswählen:

A. sogenannte Web Core Fonts.
Das ist eine kleine Auswahl von Schriftarten, auf die man sich für die Gestaltung von Websites vor längerer Zeit geeinigt hat – übrigens auf Initiative von Microsoft. Es handelt sich dabei um Andale Mono, Arial, Arial Black, Comic Sans, Courier, Georgia, Impact, Times New Roman, Trebuchet und Verdana sowie den Symbol-Satz Webdings. Alle diese Schriften sind auf mehr als 98% aller Rechner in Deutschland installiert.

B. Windows-Schriftarten
Die jahrelange Vormacht des Betriebssystems Windows XP hat dazu geführt, dass die folgenden Betriebssystemschriften zu 95 % und häufiger auf deutschen PCs (und Macs!) anzutreffen sind: Arial Black, Tahoma, Microsoft Sans Serif, Lucida Console, Lucida Sans, Palatino Linotype, Franklin Gothic Medium.

Zwischenresümee: Ehrlich gesagt stehen bereits mit dieser Auswahl genügend gut designte und sauber lesbare Fonts unterschiedlicher „Geschmacksrichtungen“ für die Präsentationsgestaltung zur Verfügung. Für alle Nutzer von Microsoft Office gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von Schriften, die zum Paketumfang der jeweiligen Officepakete gehören. Im Rahmen einer Standardinstallation wurden diese in der Regel auf dem System installiert und sind somit auch für die Nutzung in PowerPoint aktiv. Hier ist die vollständige Liste der Microsoft Office Fonts 2003 und 2007.

Einen sehr gut geschriebenen Überblick über die Fontskategorien A und B finden Sie zudem in dem Artikel “Web-Analyse: Die aktuelle Verbreitung von Schriftarten bei Web Usern“ der Designerin Karin Wehle.

Schrifteneinfalt im Präsentationsdesign muss also auch dann nicht sein, wenn man beabsichtigt seine Dateien an andere PowerPoint-Nutzer weiterzureichen. Trotzdem würden wir unbedingt dazu raten, sich bei der Auswahl der Präsentationsfonts zurückzuhalten und nicht nach der Devise zu verfahren, „was ziehe ich mir denn heute mal an.“

Weitere Anregungen und Empfehlungen zur Schriftverwendung in Präsentationen finden sie demnächst hier.

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